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Wie alles begann

Ich war nicht immer blind. Das Licht dieser Welt erblickte ich im selben Jahr, als Neil Armstrong die Füße auf den Mond setzte. Ich weis nicht ob dieses Ereignis ausschlaggebend war für mein frühes Interesse an der Astronomie oder die Faszination für Weltraumabenteuer. Wie wahrscheinlich jeder Junge wollte ich schon früh, gern hoch hinaus und mögliche viele Abenteuer erleben. Am Ende bin ich jedoch, zumindest mit einem Bein, fest auf dem Boden geblieben.

Geprägt hat mich vor allem meine Jugend in den 80ern. Meine ständigen Begleiter waren Bands wie: Kiss, AC/DC, aber auch Kim Wilde oder Depeche Mode. Die Filme „Auf dem Highway ist die Hölle los“, „Mad Max“ und „Das Leben des Brain“, liebe ich noch heute. Ich verschlang Bücher von Stephen King und Comics von Richard Corben. Mit anderen Worten, die meisten meiner Hobbys hatten etwas mit dem Sehen zu tun. Lesen, Malen und Zeichnen, Fotografieren, Fahrrad- und Motorradfahren und vor allem das Billardspielen zählten zu meinen liebsten Beschäftigungen. Lediglich für das Musikhören genügen Ohren. Alles in allem führte ich also ein ganz normales und zufriedenes Leben!

<h2>Blind von einem Augenblick zum Nächsten</h2>

Mit 28 Jahren hat sich mein Leben schlagartig geändert. Durch einen Verkehrsunfall mit dem Motorrad verlor ich mein Augenlicht – war plötzlich vollständig blind. Von diesem Zeitpunkt an musste ich mich nochmals neu orientieren und erfinden. Es dauerte mehr als ein Jahr. Erst durch eine Reha-Maßnahme, im Jahr 1998, fand ich wieder in das „normale“ Leben zurück.

In der Reha lernte ich neben den Blindentechniken wieder ein selbstständiges und selbstbewusstes Leben zu führen. Klar ich war blind, doch ich entdeckte neue Hobbys wie das Schreiben oder das Arbeiten mit dem Computer für mich. Dass alles konnte nur gelingen, weil mein Umfeld weiterhin an mich glaubte. Mein besonderer Dank gilt der stetigen Unterstützung meiner Frau, meiner Freunde, Familie und auch meines Arbeitgebers.

Ohne die Hilfe dieser Menschen wäre ich nicht da wo ich heute bin! Heute arbeite ich noch immer im gleichen Unternehmen. Ich bin verheiratet und Vater von zwei Kindern. Höre noch immer gern Musik und verschlinge Bücher im Hörbuch-Format. Ich treffe mich mit Freunden und statt zu radeln, unternehme ich gerne ausgiebige Spaziergänge. Alles in allem – ich bin blind und führe trotzdem wieder ein recht normales Leben!