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Gepostet by on Jan 5, 2016 in Allgemeine Themen, Dies und Das | Keine Kommentare

Weihnachtsfeier 2015

Weihnachtsfeier 2015

Kaum zu glauben wie schnell sich das Jahr wieder dem Ende neigte. Wie in jedem Jahr traf sich auch diesmal die gesamte Belegschaft zur Weihnachtsfeier, oder wie es bei uns politisch korrekt heißt: Jahresabschlussfeier. Eigentlich ein tolles Ereignis, endlich kann man in einem ganz anderen Rahmen mit den Kollegen zusammenkommen. Für mich allerdings auch auf eine ganz andere Art besonders…

Warum denn dies, fragst du? Nun, das geht schon los, wie und mit wem komme ich dort hin. Ohne Begleitung geht das ja nicht. Die Begleitperson sollte auch ein wenig Erfahrung beim Führen eines Blinden haben.

An dieser Stelle eine kurze Erläuterung zum Führen eines Blinden: Eigentlich ist es ganz einfach! Der Sehende geht voraus, der Blinde hakt sich am Ellenbogen seines Begleiters ein. Sollte nun eine Engstelle oder ein Hindernis auftauchen braucht der Sehende lediglich den Ellenbogen (samt Oberkörper) an dem sich der Blinde eingehakt hat nach hinten drehen und beider kommen an der Engstelle gut vorbei.

Will man einen Blinden an einen Stuhl oder eine Autotür heranführen, wird der „Führarm“ auf den Gegenstand gelegt und so dem Blinden gezeigt: Hier ist was du suchst oder brauchst. Werden Stufen, Treppen oder Schwellen rechtzeitig angekündigt, kann eigentlich auch nichts passieren. Mehr ist es eigentlich nicht. Klingt doch nicht so schwer oder? Allerdings hab ich es auch schon erlebt, dass mich, freundliche, jedoch nicht ganz so aufmerksame Begleiter gegen Türrahmen oder Ähnliches haben laufen lassen. „Aua“ 😉 Soll heißen, ein bisschen ist halt doch zu beachten, wenn man keinen Schaden anrichten möchte!

Aber nun wieder zurück zum Thema. Ein Begleiter für die Veranstaltung war schnell gefunden. Zum Glück wohnen einige Kollegen in meiner Nähe und sind auch gern bereit mich zu unterstützen. So war die erste Hürde des Abends genommen und ich konnte mich ins Getümmel stürzen.

Dank einer netten Kollegin, die mich auch sonst im Unternehmen gern unterstützt und bei solchen Anlässen zur Seite steht, saß ich an einem Tisch mit angenehmer Gesellschaft. Zu Beginn der Veranstaltung lauschten wir „andächtig“ der Jahresansprache des Chefs. Anschließend folgte der wichtigste Teil des Abends, zumindest für mich, das Abendessen. Denn nichts geht über ein gutes Essen und eine vernünftige Stärkung, für alles was da noch kommen sollte. 😉

Essen in Gesellschaft ist für mich allerdings auch eine Hürde, vor allem wenn es ein Buffet gibt. Jemand muss mich  dorthin führen, mir sagen was das Buffet zu bieten hat, damit ich anhand meiner eigenen Vorstellung entscheiden kann. Leider ist das nicht immer ganz so einfach! Bei Sehenden entwickelt sich der Appetit durch den Anblick der Speisen, ich muss mich von meiner Fantasie anregen lassen. Darüberhinaus muss ich mir auch noch Gedanken machen, ob ich das gewünschte Gericht auch ohne zu kleckern essen kann. Dazu mehr in einem anderem Beitrag.

Ich hab mich dann statt für Ente, die ich bevorzugt hätte, für Schweinelendchen entschieden. Jetzt galt es also nur noch alles heil an den Tisch zu bringen, was dank meiner lieben Kollegin auch funktionierte. Das Essen selbst war für mich kein Problem, obwohl ich immer etwas Sorge habe unabsichtlich etwas zu verschütten oder meine Klamotten zu versauen. Aber diesmal, so hab ich mir bestätigen lassen, blieb ich unfallfrei. Auch die Tischgespräche waren zu diesem Zeitpunkt noch sehr unterhaltsam und der Wein schmeckte hervorragend.

Nach dem Essen folgte, wie könnte es anders sein, die nächste Schwierigkeit, denn langsam wurde es Zeit für einen Toilettengang. Es ist zum Mäusemelken für alles braucht man Unterstützung! Also galt es jemanden zu finden, der ebenfalls zum Pinkeln musste und mich mitnahm. Ich musste nicht lange betteln, einer meiner Kollegen hatte auch ein Bedürfnis und so hängte ich mich gleich bei ihm ein. Zum Glück sind die meisten Toiletten ähnlich aufgebaut und inzwischen habe ich auch genügend Übung in diesen Situationen sodass meine Toilettengänge kein größeres Problem mehr darstellen.

Zurück am Tisch konnte der gesellige Teil des Abends beginnen. Zusammensitzen und miteinander plaudern. Was   für mich der angenehmere Teil der Veranstaltung war, denn die Unterhaltung mit meinen Tischnachbarn ließ mich meine Blindheit fast vergessen. Klar fehlt mir in diesen Situationen der Blickkontakt zu meinen Gesprächspartnern, besonders wenn sich mehrere Personen an einem Gespräch beteiligen. Doch gute Gespräche lassen sich auch in Dunkelheit führen.

Je weiter der Abend voranschritt,  je höher der Alkoholspiegel stieg, umso schwerer wurde es für mich den Gesprächen zu folgen. Nicht etwa weil ich selbst schon so betrunken gewesen wäre 😉 einfach deswegen, weil die Gespräche immer lauter wurden und der Lärmpegel im Raum rapide anstieg. Eigentlich ein guter Grund sich den anderen anzuschließen und sich ebenfalls „volllaufen zu lassen“ 🙂 allerdings ist das in meinem Fall keine gute Idee. Kannst dir sicher vorstellen warum. Richtig! Wenn man ohnehin Schwierigkeiten mit der Orientierung hat, sollte man sich nicht auch noch zusätzlich schwindlig trinken! Davon abgesehen, bin ich immer gern Herr meiner Sinne, negativ vor Kollegen oder schlimmer noch vor dem Chef aufzufallen wäre mir sehr unangenehm.

Das war nicht immer so. Früher hab ich mich da schon eher verleiten lassen und ein wenig über die Stränge geschlagen. Zwar nie so, dass es hätte peinlich werden können, oder ich durch Trunkenheit andere oder mich gefährdet hätte. Doch immerhin so sehr, dass der nächste Tag ein Tag des Grauens für mich war. 😉 Heute bin ich zwangsläufig vernünftiger. Jedenfalls wollte einer meiner Kollegen früher nach Hause, ich nutzte die Gelegenheit und so gingen wir (wie es sich für „anständige“ Leute gehört), als der Abend am Schönsten war. Und am nächsten Tag gab es für mich auch nichts zu bereuen. 🙂

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