Pages Menu
TwitterRssFacebook
Categories Menu

Gepostet by on Apr 27, 2017 in Allgemeine Themen | 1 Kommentar

Träume, mein Urlaub von der Dunkelheit!

Träume, mein Urlaub von der Dunkelheit!

„Träume sind Schäume“ – in vielen Fällen wird dieses Sprichwort wohl zutreffen. Doch das Träume auch eine andere Bedeutung haben können, davon möchte ich heute schreiben. Außerdem möchte ich dir einen kleinen Einblick geben, wie Menschen die nicht sehen, oder noch nie gesehen haben, träumen.

Ich war schon immer ein sehr aktiver Träumer und bis heute bin ich darüber sehr froh! Denn für mich gleichen Träume in erster Linie einem Urlaub von der Dunkelheit. Es soll ja Menschen geben, die nicht oder kaum träumen. Ich glaube eher, sie erinnern sich halt einfach nicht mehr daran. Dabei haben Träume eine wichtige Funktion für unsere Gesundheit! Darauf allerdings möchte ich hier gar nicht weiter eingehen.

Träume vergangener Tage

Schon seit ich denken kann, bin ich ein lebhafter Träumer. Dementsprechend kann ich mich auch meist an die Bilder oder zumindest Teile daraus erinnern. Leider waren diese Bilder nicht immer nur schön. Manchmal beängstigend, oder verstörend, doch so ergeht es wohl jedem „Träumer“ irgendwann. Mein Kumpel behauptet: „Ich träume nie!“ Das finde ich schade, denn es gibt auch schöne Träume, in denen man gerne länger verweilen würde und nicht missen möchte.

Träume vom Fliegen

Vor allem Träume in denen ich bewusst Einfluss auf die Handlung nehmen konnte, wollte ich nicht missen. In manchen Träumen konnte ich fliegen und diese Flüge sogar steuern und lenken. Ist doch klasse oder? Bei jenen Träumen die mich zu sehr ängstigten, konnte ich immerhin den Traum beenden bevor es zu unheimlich wurde.

Faszination heutiger Träume

Glücklicherweise hat sich in all den Jahren an meiner Traumaktivität selbst nichts geändert. Geändert hat sich lediglich deren Bedeutung. Ich bezeichne sie heute regelrecht als Urlaub. Mein Urlaub von der Dunkelheit! Das klingt für dich vielleicht ein wenig seltsam? Doch genauso empfinde ich es. Denn ich kann diese Traumbilder wahrnehmen und mich später auch erinnern.

Tagträume: Inseln im Alltag

Meine Tagträume sind eine weitere Möglichkeit, Inseln in meinem Alltag zu schaffen. Leider zeigen sich diese Bilder von meinem inneren Auge eher blass und schemenhaft. Nichts desto weniger möchte ich auf diese nicht verzichten. Gestalterisch habe ich bei dieser Art von Träumen auf jeden Fall viel mehr Möglichkeiten.

Blindgeborene träumen anders

Träumen ist kein Vorrecht der Sehenden! Wie also träumen geburtsblinde Menschen? Ich denke die Art und Weise ist unterschiedlich. Genauso unterschiedlich wie die Art der Erblindung. Betroffene, also Blindgeborene haben mir erzählt, dass sie durchaus intensiv träumen. Nur halt nicht in Bildern. Stattdessen bestehen deren nächtliche Fantasien eher aus Geräuschen, Berührungen oder Schatten. Letztendlich spiegeln auch die Träume von Blindgeborenen ihren Alltag, anders gesagt: Ihre alltäglichen Wahrnehmungen wieder. Beim Thema Träume sind wir uns also alle sehr ähnlich.

Fazit: „Träume sind Schäume“, mag sein. Doch manchmal haben sie eben auch eine tiefere Bedeutung. Ich freu mich jedenfalls über meine Inseln in der Dunkelheit. 😉

1 Kommentar

  1. Hallo David, das hier ist wiedermal ein traumhafter Bericht von dir. Ich finde alle deine Themen hoch informativ. Deine Website trägt dazu bei, dass die Inklusion nicht in der Schule endet, sondern auch mitten in der Erwachsenenwelt ankommt. Da die weißen Stöcke dank moderner Medizin in unseren Stadtbildern selten geworden sind, ist das Wissen um die Fähigkeiten blinder Menschen fast verloren gegangen. Das war vor einem halben Jahrhundert, als ich Kind war, noch ganz anders. Da gab es aufgrund des Grauen Stars in vielen Familien alte Leute, die sehbehindert oder blind waren. Zusätzlich gab es die Kriegsblinden. Der Graue Star ist jetzt so gut wie besiegt und viele Augenerkrankungen können recht ordentlich therapiert werden. Wenn wir Blinden in der heutigen Zeit nicht wollen, dass wir befremdlich auf die sehende Welt wirken, dann müssen wir uns selbst ins Rampenlicht stellen und für Aufklärung sorgen. Wer sich mit seiner Behinderung versteckt, der bleibt für immer im Dunklen.
    Deine Website sorgt für mehr Verständnis und baut Brücken. Danke … weiter so!
    Ganz herzliche Grüße vom blinden Buchautor Dieter Kleffner aus Hattingen an der Ruhr

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.