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Gepostet on Nov 3, 2019 in Allgemeine Themen, Dies und Das, Wissenswertes | Keine Kommentare

Raus aus der Komfortzone, rein ins Schreibabenteuer!

Raus aus der Komfortzone, rein ins Schreibabenteuer!

Vor kurzem musste ich mich mal wieder aus meiner Komfortzone heraus bewegen. Wobei, bei blinden Menschen gibt es eigentlich kaum  Komfortzonen. Im Grunde ist schließlich jeder Tag ein kleines Abenteuer. Mein Abenteuer diesmal sollte die Teilnahme an einem Schreibkurs sein. Ein Tag unter lauter Sehenden, und an einem mir unbekanntem Ort. Alles in allem also eine ziemlich, im wahrsten Sinne des Wortes, aufregende Sache. Nichts desto Trotz war es eine tolle Erfahrung und machte großen Spaß! 🙂 

Bloggen ist schließlich nicht alles

Bloggen macht mir zwar großen Spaß, und gern teile ich meine Erfahrungen mit dir. Doch mein eigentliches Hobby geht dann doch ein wenig darüber hinaus. Meine Leidenschaft ist es generell zu schreiben, sei es Erzählungen, Gedichte oder Kurzgeschichten. Es macht mir schon immer Freude zu schreiben, ganz besonders aber seit meinem Unfall. Schreiben ist schließlich eine Sache die ich auch als Blinder sehr gut ausüben kann. Zumindest braucht es dafür nicht sonderlich viel, lediglich einen Computer und ein Schreibprogramm, fertig! 😉 

Wobei, allein mit geeigneter Hardware und Software ist es natürlich nicht getan. Selbst gute Ideen und überbordende Phantasie genügen nicht um gute Resultate zu erzielen. Ich für meinen Teil will auf jeden Fall immer gern wissen was ich tu. Darum versuche ich mich auch immer weiter zu bilden und mich weiter zu entwickeln. Bisher hieß das Ratgeber zu lesen oder diverse Internet Kanäle, z. B. YouTube, oder Podcast’s zu konsumieren. Das allerdings sollte sich nun ändern. 😉 

Raus aus der Komfortzone

Schreibratgeber, das Internet und Co. waren also nur begrenzt zielführend um mein Wissen  zu erweitern. Besser, vor allem individueller wäre da wohl schon ein Schreibkurs, so per “face to face”, oder? Na ja, aber da der Mensch, insbesondere ich, eher zur Bequemlichkeit neigt, hab ich diesen Gedanken immer vor mir hergeschoben. Sicherlich, für mich ist es schon noch etwas anderes diesen Schritt zu wagen, schließlich bin ich auch immer auf Hilfe anderer angewiesen. 

Nichts desto Trotz hab ich beschlossen, in meiner Nähe,  nach einem Anbieter für Schreibkurse ausschau zu halten. Schnell bin ich dabei auf Elvira Kolb-Precht’s Website: www.die-schreibschule.de  gestoßen. Kurzentschlossen rief ich bei ihr an und erkundigte mich über ihr Kursangebot. Und da sie meine anfänglichen Bedenken schnell zerstreute, ganz im Gegenteil keine Probleme sah, meldete ich mich für den nächsten Kurs an. Vor allem war das Thema: Kurzgeschichten, ideal für mich, das könnte ich auch sofort in meinen Alltag integrieren. 

Ab ins Schreib-Abenteuer

Tja, und dann war es auch schon soweit. Katrin, meine Frau, und ich fuhren gemeinsam mit dem Zug nach München, sie brachte mich zum Kursraum und stellte mich der Trainerin vor. Von da an sollte ich dann wieder auf mich allein gestellt sein, denn Katrin wollte in der Nähe zum Shoppen gehen. Anfangs war ich noch etwas aufgeregt, doch das sollte sich schnell legen. Denn, wir, Elvira, die Trainerin, sowie die anderen Kursteilnehmerinnen verstanden uns sofort prima, und boten uns gegenseitig das Du an. 

Um uns auch gleich ein bisschen besser kennen zu lernen, gab es wie üblich eine kleine Vorstellungsrunde. Mal abgesehen davon, dass ich der einzige Mann im Kurs war, waren wir doch eine ziemlich bunte Truppe, sei es vom Alter her, oder dem was wir beruflich machten. Natürlich war auch mein Handycap Thema. Doch nur am Rande, denn mit ein paar Erläuterungen wie ich was am besten machen würde, und wo ich vielleicht Hilfe brauchen könnte, war das auch schon wieder abgehakt. 

Der Tag selbst verlief dann wie im Flug. Elvira erklärte uns kurz den Tagesablauf, und machte uns mit den Besonderheiten einer Kurzgeschichte vertraut. Dann ging es auch schon los mit den einzelnen Themenschwerpunkten und Übungen dazu. So wurde das Thema kurz erläutert, eine Aufgabe gestellt, und dann hatten wir zehn Minuten zeit um die Aufgabe zu lösen, beziehungsweise einen  Text zu verfassen. Anschließend wurde dieser Vorgetragen und Elvira, sowie die anderen äußerten sich dazu. 

Das klingt jetzt vielleicht alles sehr entspannt und unspektakulär. Doch du kannst mir glauben, diese Aufgaben, vor allem der Zeitdruck, waren sehr fordernd. Vor allem hatte ich zwischendurch auch noch ein wenig mit meiner Technik zu kämpfen, was mich zusätzlich unter Stress setzte. Darüber hinaus wollte ich mir natürlich keine Blöße geben, was gar nicht so einfach war, denn die “Mädels” brachten wirklich tolle Texte zustande. Am ende, glaube ich, kann man schon behaupten, dass wir einiges  erreicht hatten. Vor allem aber haben wir viel gelernt und großen spaß dabei gehabt. 🙂

Ich für meinen Teil konnte auf jeden Fall sehr viel aus diesem Kurs mitnehmen.

Und dabei meine ich nicht nur das neue Wissen, oder die tollen Bekanntschaften die ich machen durfte. Viel mehr konnte ich auch etwas über mich selbst herausfinden. Vor allem wie ich in einer ungewohnten Umgebung zurecht kommen würde, oder wie belastbar ich in stressigen Situationen bin. 

Allerdings an der Belastbarkeit muss ich noch ein wenig arbeiten. Das wurde mir besonders deutlich, als am Nachmittag plötzlich in einer Übung meine Apple-Watch wie blöd zum vibrieren anfing. Mir war zwar schon klar, dass ich schon ziemlich ausgepowert war, doch so, dass gleich meine Uhr zum Meckern anfangen würde? Nur gut, dass die anderen davon nichts mitbekamen! Dabei wollte mich die Uhr ja nur warnen, da ich einen sehr hohen Puls hatte, mich aber nicht bewegte, was meistens kein gutes Zeichen für die Gesundheit darstellt. In meinem Fall jedoch einfach nur eines dafür, das mein Akku langsam zuneige ging. 😉 

Ende gut, alles gut!

Am Ende hat es mir, aber auch den  anderen so großen Spaß gemacht, dass wir uns bereits für den nächsten Kurs angemeldet haben. Mit anderen Worten, das Abenteuer geht in die Verlängerung! 🙂 

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