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Kegeln als Blinder, geht das?

Gepostet by on Jan 27, 2017 in Allgemeine Themen, Wissenswertes | Keine Kommentare

Letztens war es wieder einmal soweit. Die Augsburger Kegler luden zum Kegelturnier ein. Und ob du es glaubst oder nicht: Ich nahm daran teil! Im Grunde hab ich mit Kegeln nicht viel am Hut, doch in diesem Fall war es eine gute Gelegenheit Freunde aus meiner Zeit in Würzburg wieder zu treffen! Schön, dass sich darüber hinaus jetzt auch die Möglichkeit bietet, dir über das Kegeln der Blinden zu berichten. Schließlich ist es für Sehende bestimmt nicht einfach, sich vorzustellen wie das für Blinde gehen soll.

Kegeln, ein guter Anlass

Wenn es nach mir geht, könnte man gut auf das Kegeln und die damit verbundenen Umstände verzichten. Besonders auf die anstrengende Vorbereitungsphase und den nachfolgenden Muskelkater. 😉 Dennoch freue ich mich immer wieder meine Freunde aus der Reha-Zeit wieder zu sehen. Zumal wir alle weit verstreut in Deutschland leben. Anders gesagt, die Wiedersehensfreude war dementsprechend groß!

Vorbereitung zum Kegeln:

Da Kegeln, wie jeder andere Sport auch, eine gewisse Fitness erfordert, hieß das für mich meinen Körper auf die kommenden Strapazen entsprechend vorzubereiten. Mit anderen Worten, ich versuchte meine Oberschenkel mit Kniebeugen zu kräftigen. Die Arme und den Oberkörper mit Kurzhanteltraining zu stärken. Schlussendlich, meine Ausdauer mit ausgiebigem Seilspringen zu verbessern. Ganz schön schweißtreibend! Kannst du dir das vorstellen? Extrem schweißtreibend! Vor allem wenn man länger nichts mehr getan hat.

Warum ich nicht gleich auf der Kegelbahn trainiere? Nun, das ist ganz einfach. Erstens, ich habe niemanden im Umfeld der gerne kegelt. Zweitens, ich brauche stets eine Begleitperson. Da wird es mit einem Kegeltraining schon schwierig. Also konzentrierte ich mich lieber auf meine körperliche Fitness. Ich gebe zu: Mein Focus war nicht unbedingt auf ein Spitzenergebnis gerichtet. Vielmehr darauf, auf der Bahn nicht vor Erschöpfung zusammenzubrechen! 😉

Kegeln für Blinde – so geht es:

Wie kegelt man blind? Im Grunde ist es ganz einfach: Ich stelle mich dabei erst einmal breitbeinig in die Mitte der Bahn und mein Spielpartner reicht mir die Kugel. Anschließend geh ich in die Hocke und pendle mit der Kugel zwischen den Beinen vor und zurück. Mein Partner achtet auf meine Pendelbewegungen, korrigiert mich wenn nötig und gibt das Kommando die Kugel nach vorn zu schieben. Abschließend richte ich mich wieder auf, lausche dem „Kullern“ der Kugel, achte auf das Fallen der Kegel, und hoffe auf ein gutes Ergebnis! 😉

Das Entscheidende bei der ganzen Sache: Stets voll konzentriert zu bleiben. Vor allem muss ich versuchen so gleichmäßig und konstant wie möglich meinen Bewegungsablauf einzuhalten. Dabei reicht schon die kleinste Abweichung und die Kegel bleiben stehen. Doch hab ich erst einmal den Ablauf verinnerlicht, dann klappt es meist ganz gut. Es kam auch schon mal vor, dass ich alle abräumte! 😉

Das klingt doch eigentlich gar nicht so schwer oder? Allerdings wie so oft steckt der Teufel im Detail. Schon eine winzige Abweichung vom normalem Ablauf und die Kugel rollt ganz woanders hin und nichts fällt um. Darüber hinaus gilt es noch diese Prozedur auf der ersten Bahn 25 Mal zu absolvieren. Anschließend muss die Bahn gewechselt werden, um weitere 25 Schub zu absolvieren. Nach 100 Schub ist man dann am Ende und hofft auf genügend Kraft, um an seinen Sitzplatz zurück zu kehren. 😉

Nun ja, ganz so schlimm ist es natürlich auch wieder nicht, doch anstrengend bleibt es trotzdem. Mein Ziel einen Dreier-Schnitt hinzubekommen, hab ich diesmal leider verfehlt. Doch mit dem Ausgleichsbonus von 30 Prozent, den ich als Blinder erhalte, bin ich doch noch über die anvisierten 300 Punkte gekommen. 😉

Gemütliches Beisammensein

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen! Tja, das galt auch an diesem Tag. Doch als ich meinen Kegelpart beendet hatte, und mich entkräftet zum Tisch der anderen schleppte, begann der gemütlichem Teil des Tages. 😉 Von da an hieß es, sich auf Teufel komm raus zu unterhalten, sich auf den neuestem Stand zu bringen und über alte Zeiten zu sinnieren.

Anschließend fuhren wir alle noch zu einem späten Mittagessen in die Stadt. Dort ließen wir uns ein ordentliches Stück Fleisch und ein kühles Bier schmecken. Vor allem aber feierten wir unser Zusammenkommen, unsere Freundschaft und ein gutes Turnierergebnis.

Muskelkater lässt grüßen

Das dieser Tag ein Nachspiel für mich haben würde war mir schon im vornherein klar. Allerdings wurden meine Befürchtungen nicht bestätigt. Ich habe zwar einen ordentlichen Muskelkater bekommen, doch am Mittwoch war schon wieder alles gut. Anders gesagt, meine Vorbereitungen waren nicht umsonst.

Du siehst also, Kegeln ohne zu sehen ist möglich. Es gilt lediglich ein paar Abläufe zu verändern. Insbesondere wenn die Vorbereitung stimmt und man einen guten Spielpartner zur Seite hat. Unter diesen Voraussetzungen kann ein Blinder ähnlich gute Ergebnisse erzielen wie ein Sehender. Auf jeden Fall ist es ein toller und fordernder Ausgleichssport, auch für Blinde.

Bei nächster Gelegenheit werde ich auch mal über andere Sportarten schreiben. Ich meine, Sportarten die für Blinde geeignet sind. Wer weiß, vielleicht ist ja noch die eine oder andere Überraschung für dich dabei? Man glaubt ja gar nicht zu was wir Menschen mit Handicap alles fähig sind.

PS: Vielleicht ist es dir ja schon aufgefallen, aber es sind zwei neue Links auf meiner Seite hinzugekommen. Du kannst mir also von nun an auf Twitter und auch auf Facebook folgen. Somit bleibst du immer auf dem Laufenden. Weiterhin gibt es noch den RSS-Link, so kannst du ebenfalls nichts mehr verpassen. Ansonsten würde ich mich sehr freuen wenn du meine Beiträge kommentierst.

Das Leben ein Testprogramm?

Gepostet by on Jan 17, 2017 in Allgemeine Themen | Keine Kommentare

Heute habe ich mal wieder einen Gastbeitrag für dich. Dieter Kleffner, einer meiner ebenfalls unerschrockenen Mitstreiter, möchte ich hier einmal zu Wort kommen lassen. Dieter erzählt ein wenig über seinen Lebensweg und wie er sein: „Testprogramm des Schicksals“ bewältigt. Darüberhinaus gibt mir Dieters Beitrag die Möglichkeit dich auf den Arbeitskreis der blinden Autoren hinzuweisen. Schließlich ist es dieser Arbeitskreis, der uns beide verbindet!

Weihnachten – das Frohe Fest

Gepostet by on Dez 20, 2016 in Allgemeine Themen | Keine Kommentare

Weihnachten steht vor der Tür. Ein Frohes Fest, oder? Nun ja, wenn ich mir die Leute in der Arbeit oder meinem Umfeld so anschaue, bekomme ich einen ganz anderen Eindruck! Da kommt mir der Spruch von Karl Valentin in den Sinn:„Wenn amal die staade Zeit vorbei is, dann wird’s wieder ruhiger“!