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Gepostet by on Jan 7, 2017 in Allgemeine Themen, Wissenswertes | Keine Kommentare

Menschliche versus künstliche Stimme

Menschliche versus künstliche Stimme

Eigentlich sollte man meinen die menschliche Stimme ist der Künstlichen überlegen. Dass dem nicht zwangsläufig so ist, konnte ich vor kurzem feststellen. Für Blinde gibt es inzwischen viele Möglichkeiten sich Literatur zugänglich zu machen.

Beim Lesen eines E-Books wird der Text von einer künstlichen Stimme gesprochen. Menschliche Stimmen sprechen Hörbücher. Interessant ist, was eine Stimme in unseren Köpfen bewirken kann und welche Rolle Hörgewohnheiten dabei spielen. Es gibt noch weitere Möglichkeiten, doch darauf werde ich bei nächster Gelegenheit eingehen.

Die Stimme im Kopf

Kennst du die Bücher von Rita Falk? Ich denke dabei speziell an die „Eberhofer“ Krimis. Nein? Auf jeden Fall kann ich sie sehr empfehlen. Ich bin inzwischen ein kleiner Fan von Rita Falk. Habe mir schon die ersten Bücher als E-Book heruntergeladen. Dank moderner Technik ist das auch für mich möglich. Einmal auf mein iphone heruntergeladen, kann ich mir den Text per Sprachausgabe über Voiceover vorlesen lassen. Das klappt eigentlich auch ganz gut. Überdies ist die weibliche Systemstimme von Apple gut verständlich. Doch als ich letztens beim Stöbern im Internet entdeckte, das deren Bücher inzwischen auch bei Audible zu bekommen sind, dachte ich mir, da lad ich mir doch mal ein Buch herunter und lass es mir professionell vorlesen.

Wunderbar, endlich mal eine menschliche Stimme. Zudem, wie es sich für einen männlichen Protagonisten geziemte, eine männliche Stimme. Ich gebe zu, der Sprecher hatte eine tolle Stimme, machte folglich einen guten Job. Ich war zufrieden, setzte meine Kopfhörer auf und lehnte mich entspannt zurück. Jedoch, wie soll ich es ausdrücken: Ich war total irritiert!

Wenn die Stimme nicht stimmt

Bestimmt kennst du das: Eine Band wechselt ihren Sänger, sie spielen den altbekannten Song, doch irgendwie passt etwas nicht. Oder wenn in Filmen zum Beispiel bei James Bond, der Protagonist zwar der gleiche bleibt, doch der Schauspieler ein anderer ist. Da ist man doch auch ziemlich irritiert, oder? Und genauso erging es mir bei diesem Hörbuch. Auf einmal taten sich ganz andere Bilder vor meinem inneren Auge auf. Plötzlich sahen die Charaktere anders aus und verhielten sich auch anders. Im Grunde genommen stimmte einfach nichts mehr. Alles nur wegen einer neuen (menschlichen) Stimme? Anstatt darüber happy zu sein, sehnte ich mich wieder nach meiner künstlichen Computerstimme!

Wie kann das sein?

Dessen ungeachtet habe ich der menschlichen Stimme natürlich bis zum Schluss zugehört. Schließlich hab ich Geld dafür ausgegeben. Zudem hatte der Sprecher ja auch eine angenehme Stimme. Warum hatte es mir trotzdem nicht gefallen? Dieser Gedanke beschäftigte mich noch eine ganze Weile. Schließlich bin ich darauf gekommen, was die Ursache dafür sein könnte und wie ich mich in Zukunft verhalten würde.

Des Rätsels Lösung

Mir wurde bewusst, dass ich mich bei dieser Krimi-Serie so sehr an diese Computerstimme gewöhnt hatte und jede Abweichungen davon eine Irritation auslöste. Mit anderen Worten: Weitere Folgen werde ich zukünftig wieder als E-Book kaufen. Also meinen Hörgewohnheiten treu bleiben und mich weiterhin der künstlichen Stimme von Voiceover hingeben. Zudem bin ich noch auf eine weitere Sache gestoßen, warum eine künstliche Stimme auch Vorteile haben kann.

Die künstliche Stimme im Ohr

Der Vorteil einer künstlichen Stimme ist unter anderem, dass sie zum einem in Tonhöhe und Vorlesegeschwindigkeit verändert werden kann. Der größte Vorteil jedoch ist, so merkwürdig das vielleicht klingen mag, dass sie relativ neutral spricht, und den Text nicht interpretiert. Das bedeutet, der Zuhörer muss oder besser gesagt kann noch ein stückweit seine eigene Fantasie einbringen. Dem Ganzen sozusagen eine eigene Note geben.

Bei einer menschlichen Stimme hingegen ist man größtenteils der Interpretation des Vorlesers ausgeliefert. Der Vorleser bestimmt durch seine Stimmlage und die Betonung der einzelnen Wörter wie das Erzählte beim Zuhörer ankommt. Somit auch welche Bilder im Kopf des Zuhörers entstehen. Das kann bei manchen Hörbüchern, dank eines guten Sprechers, ein echter Zugewinn sein. Ja, vielleicht sogar ein wahrer Genuss. Dennoch, die eigene Phantasie bleibt dabei leider etwas auf der Strecke. Jedenfalls habe ich das so empfunden.

Fazit: Ich werde mir in Zukunft gut überlegen in welchem Format ich Bücher hören möchte. Beim nächsten Hörbuch werde ich mich gerne auf die menschliche Stimme des Vorlesers und dessen Interpretationen einlassen. Wenn es sich um einen Fortsetzungsroman handelt bleibe ich dem anfänglich ausgewählten Format treu. Egal ob dies dann eine künstliche oder menschliche Stimme sein wird. Generell finde ich es schön, meiner eigenen Phantasie genügend Spielraum für Bilder und Stimmungen zu bieten.

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