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Gepostet by on Nov 30, 2016 in Allgemeine Themen, Wissenswertes | Keine Kommentare

Krisenbewältigung: Ein bisschen was geht immer!

Krisenbewältigung: Ein bisschen was geht immer!

Krisenbewältigung – ein Thema über das ich noch schreiben wollte. Es wäre schön, wenn du am Ende gewappnet bist und es dir leichter fällt deine Krise zu bewältigen. Ich denke meine Erläuterungen haben einen ganz allgemeingültigen Charakter. Für meine Krise hatte sich diese Vorgehensweise jedenfalls bewährt.

Krisenbewältigung: Alles nochmal auf null stellen

Die Erkenntnis, noch einmal neu anfangen und alles auf null stellen zu können, traf mich eines Abends. Nach wiederholtem Grübeln war es auf einmal klar: Gesundheitlich hatte ich alles was mir lieb und teuer war verloren, doch stattdessen wurde mir ein neues Leben geschenkt. Es war wie eine Eingebung. In diesem Moment wurde mir bewusst, ich hätte bei diesem Unfall auch Tot sein können.

Das bedeutet: Wenn ich tatsächlich alles verloren habe, dann kann ich von jetzt nur noch dazugewinnen! Entscheidend ist, jetzt zu akzeptieren, dass die Situation nun einmal ist wie sie ist. Fortan bleiben mir zwei Möglichkeiten: Ich kann den Kopf in den Sand stecken und weiterhin auf ein Wunder hoffen, oder ich nehme mein Leben wieder in die eigene Hand und mache das Beste daraus.
Diese neue Erkenntnis gab mir damals wieder Auftrieb. Schließlich konnte ich nicht mehr so weitermachen wie gewohnt. Oder anders gesagt, ich musste sowieso einiges ändern, ob es mir passte oder nicht. Also wie fange ich es an mit meiner Krisenbewältigung?

Ich entschied mich dafür, mich neu zu erfinden, Fehler aus der Vergangenheit zu vermeiden und vielleicht einen besseren Menschen aus mir zu machen. Ich sagte mir einfach, dass meine aktuelle Situation eine Chance ist meinem Leben eine neue Wendung zu geben und mich neu zu entdecken!

Krisenbewältigung: Positives entdecken, Perspektiven schaffen

Nachdem ich erkannt hatte, dass ich meine Behinderung akzeptieren und mich mit meinen Einschränkungen arrangieren musste, versuchte ich herauszufinden ob es denn auch etwas Positives an dieser Situation gab. Du fragst dich jetzt vielleicht was an einer Erblindung positiv sein soll. Nun ja, im ersten Moment vielleicht nichts. Doch alles hat immer zwei Seiten und genau dieses galt es für mich herauszufinden.

Zum Beispiel entdeckte ich das die Wahrnehmung meiner verbliebenen Sinne intensiver wurden und ich weniger von Äußerlichkeiten abgelenkt war. Das machte sich unter anderem beim Kennenlernen von Personen bemerkbar. So ging ich einerseits vorurteilsfreier in ein Gespräch und andererseits konnte ich die Stimmung meines Gegenübers besser einschätzen. Meine Sympathien entwickelten sich auf einer neuen Ebene. Mein Tastsinn verbesserte sich, was mir beim Erlernen der Punktschrift zugute kam. Auch mein Geruchs- und Geschmackssinns wurde intensiver, so hatte ich noch mehr Freude an kulinarischen Köstlichkeiten.

Dem Verlust meiner liebgewonnenen Hobbys, wie Fahrradfahren oder Billardspielen, konnte ich natürlich nichts Positives abgewinnen, Doch mit der Zeit entdeckte ich auch hier ganz neue Seiten und Stärken an mir. Neue Leidenschaften wie das Gedächtnistraining oder das Interesse an Computertechnik folgten.

Auch die Freude am Schreiben zählt zu den neuen Leidenschaften und wurde zu einem Ventil meiner Kreativität beziehungsweise half mir meine Krise zu verarbeiten. Mit dem Wiedereintritt ins Arbeitsleben und der Gründung einer Familie schuf ich mir eine ganz neue Lebensperspektive. Trotz meines Handicaps erfüllte ich mir meinen Lebenstraum: Vater und Ehemann zu werden! 🙂

Ein weiterer positiver Aspekt: Ich konnte eine Welt kennenlernen mit der ich noch nie Berührung kam. Auf diese Weise lernte ich eine Personengruppe kennen, die mir bisher verborgen blieb. Dadurch entdeckte ich nochmals ganz andere Lebensgeschichten. Heute weiß ich: Eine positive Lebenseinstellung kann im Grunde nie schaden! 😉

Krisenbewältigung: Dankbarkeit und Demut

Wenn man es genau nimmt, hätte es für mich viel schlimmer kommen können. Nun gut, dass ist jetzt meine Ansicht der Geschehnisse. Doch in bin dankbar bei diesem Unfall „nur“ mein Augenlicht verloren zu haben. Körperliche Verletzungen konnten wieder hergestellt werden und geistig blieb ich auch unversehrt, zumindest hat der Unfall meine geistigen Fähigkeiten nicht weiter verschlechtert. 😉

Vor allem war ich sehr dankbar, trotz der Widrigkeiten auch viel Gutes erfahren zu haben. Schließlich sind ein unterstützendes Umfeld, Menschen die zu einem halten, oder Ereignisse die mir zugutekamen, keine Selbstverständlichkeit. Ein wenig Demut, sich nicht immer für so wichtig zu halten, kann auch nicht schaden. Wer bin ich denn, dass ich immer nur Gutes vom Leben erwarten darf? Jedenfalls hat es mir nicht geschadet, meine Erwartungen zu reduzieren und mich in Bescheidenheit zu üben. 😉

Krisenbewältigung: Humor bewahren

Leichter gesagt als getan! Es gibt schon Situationen oder Krisen, da kann einem das Lachen vergehen. Dennoch ist es wichtig seinen Humor zu behalten! Klar, gerade am Anfang war mir auch nicht zum Lachen zumute. Trotzdem war es oft sehr erfrischend wenn man mal wieder gemeinsam mit anderen über Witze oder ein Ungeschick lachte. Einfach einmal herzhaft lachen, die Sorgen sein lassen und seine Ängste für einen Moment verdrängen. Das tut einfach gut!

Wenn man über etwas oder manchmal auch über sich lachen kann, bekommt man eine gewisse Distanz zu sich und den Problemen. Die Situation in der man gerade steckt wird ja auch nicht besser wenn man Trübsal bläst! Wie heißt es so schön: Humor ist, wenn man trotzdem lacht! 😉

Nun, jetzt hast du also erfahren wie ich mit meiner Krise umgegangen bin und diese erfolgreich überwunden habe. Ich würde mich freuen, wenn für dich ein paar hilfreiche Anregungen dabei waren. Jedenfalls wünsche ich dir du bleibst vor schweren Lebenskrisen verschont und sollte dir doch einmal etwas schwer zu schaffen machen: Auch du kannst deine Krise meistern!

Witz oder Lebensweisheit?
„Wer bis zum Hals im Dreck steckt, sollte seinen Kopf nicht hängen lassen!“

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