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Gepostet on Jul 8, 2018 in Allgemeine Themen | 4 Kommentare

Fußball, ein Sport für Blinde?

Fußball, ein Sport für Blinde?

Fußball ist gerade jetzt, zur Weltmeisterschaft in Russland, natürlich wieder top aktuell. Doch ist das auch ein Sport für Blinde? Und ich meine damit nicht nur vor dem Fernseher, oder am Radio. Dieser Frage möchte ich mich heute einmal widmen.

Fußballweltmeisterschaft, sportliches Großereignis in diesem Jahr.

Mit Fußball hab ich eigentlich nicht so viel am Hut. Andererseits Großereignisse wie die Weltmeisterschaft verfolge ich natürlich. Das tolle daran ist, das mir heute, neben dem Radioempfang, auch die Fernsehbilder per Audiodeskription kommentiert werden.

Weltmeisterschaft der Blindenfußballer 2018.

Was, Blinde sollen Fußball spielen? Ja genau, und laut Wikipedia, bereits in über 40 Ländern. In Deutschland wird seit 2008 in der Bundesliga gespielt. Tja, und wer hätte es gedacht, werden sogar internationale Turniere ausgetragen. In diesem Jahr ebenfalls die Weltmeisterschaft, allerdings bereits Mitte Juni in Spanien.

Wie wird blind Fußball gespielt?

Klar das Spiel wurde abgewandelt. Der Erfinderreichtum des Menschen, selbst der Blinden, ist eben groß. Nun, gespielt wird meist in der Halle oder auch im Freien, wenn der Platz dementsprechend ruhig gelegen ist.

Der Platz misst etwa 20 x 40 Meter, und wird an den Längsseiten von einer Bande begrenzt. Die Banden dienen der Orientierung, werden jedoch auch aktiv ins Spielgeschehen miteinbezogen. Die Tore sind etwas größer, vergleichbar mit Hockey Toren. Die Regeln sind ansonsten unverändert, lediglich Abseits gibt es nicht.

Fußball spielen ohne zu sehen, nichts für Weicheier!

Stell dir also fünf, unerschrockene und zu allem entschlossene, Spieler pro Mannschaft vor. Die vier Feldspieler sind entweder blind, oder müssen ihren Sehrest mit einer Augenbinde ausgleichen. Lediglich der Torwart ist sehend, darf jedoch seinen Torraum nicht verlassen. Für ihn gilt es den „Rassel-Ball“ aus dem Tor fern zu halten.

Rasselball? Ja genau, dieser Fußball ist eine weitere Besonderheit bei diesem Spiel. Oder besser gesagt ein weiterer Unterschied. Denn, um den Ball akustisch lokalisierbar zumachen, enthält er in seinem Inneren laute Rasseln. Darüber hinaus ist er ein wenig kleiner und schwerer als ein herkömmlicher Fußball. So kann er eher flachgehalten und hohe Pässe vermieden werden.

Ist das Spiel angepfiffen gilt es über zwei Halbzeiten, je 20 Minuten, den Ball, immer am Fuß zu halten und über das Spielfeld zu trippeln und zu passen. Die Spieler werden nun per Zuruf über das Spielfeld dirigiert. Dafür stehen ihnen der Trainer an der Seitenbande, ein Guide hinter dem gegnerischem Tor, sowie der Torwart zur Verfügung.

Während also der Spieler in Ballbesitz über das Spielfeld trippelt, „stürmen“ die Gegner, laut: „Voy“ rufend (spanisch: ich komme) auf ihn zu. Denn, wer sich dem Ball nähert, muss dies ankündigen. Trotzdem lässt sich Körperkontakt nicht ganz vermeiden. Damit sich die Spieler dabei nicht verletzen, tragen sie einen Kopfschutz.

Du siehst also, Blindenfußball ist auch ein körperbetonter, rasanter Sport. Dabei sind aber vor allem ein gutes Hörvermögen, sowie ein ausgezeichneter Orientierungssinn gefordert. Darüber hinaus können ein gutes Ballgefühl, Ausdauer und Mannschaftsgeist nicht schaden. Denn, hier wird nicht gemächlich über den Platz geschlendert, im Gegenteil, hier geht es richtig zur Sache! 😉

Fußball spielen ist nichts für mich!

Sicherlich, Blindenfußball ist ein toller Sport, nur halt nichts für mich. In sportlicher Hinsicht war ich schon immer ein Einzelkämpfer. Radfahren, Schwimmen, oder das Trainieren im Fitnessstudio waren mehr mein Ding. Fußball spielte ich lediglich mit meinem Sohn als er noch klein war, aber auch da nur „Mann gegen Mann“! 😉

Fazit: Blindensport ist vielfältig. Selbst vor so anspruchsvollen Sportarten wie dem Fußball macht der Einfallsreichtum von uns Blinden keinen Halt! Wenn du mehr über Blindenfußball erfahren möchtest, dann lies mal unter diesem Link nach: https://www.blinden-fussball.de

4 Kommentare

  1. Es gibt so einige Sportarten, die von blinden und sehbehinderten Menschen mit Erfolg und viel Spaß ausgeübt werden. Golfsport z.B. ist auch so eine. Auch blinde und sehbehinderte Menschen können auf dem Grün erfolgreich abschlagen.

    Was zählt, sind Gefühl, Geräusch und ein Caddie (Helfende Begleitperson). Golf gilt manchmal sogar als ideale Ballsportart für blinde und sehbehinderte Menschen. Golfer*innen spielen immer den ruhenden Ball und können somit agieren und müssen nicht reagieren wie zum Beispiel beim aktiven Fussball.

    Golfsport ist somit eine weitere interessante Alternative, die Freizeit mit seinem Partner oder den Freunden aktiv zu gestalten.

    Im Videoportait der Berliner Morgenpost, der blinde Golfer Bernd Walsch im brandenburgischen Golfclub Kallin. https://youtu.be/sdkPtgWBNGA

    PS: Wieder ein interessanter Artikel/Gesichtspunkt im „Blindgeflüster Blog“.

    Herzliche Grüße
    Heinrich Heyne

    Gesundheits- und Inklusionsbeauftragter
    Golfverband Schleswig-Holstein e.V.

    • Lieber Herr Heyne, vielen Dank für ir Lob und ihren interessanten Kommentar! Da hab ich auch wieder etwas dazugelernt, denn Golfen für Blinde war mir bisher unbekannt. Klingt aber sehr interessant, und ist wieder ein Beispiel dafür was alles möglich ist. Herzliche Grüße David

  2. tja Fußball wäre auch nicht so meins… So rasant wie der BlindenFußball sowieso nicht*schmunzel da bleibe ich doch lieber beim künstlerischen Gestalten beim Schreiben und beim malen .

    danke für den schönen Artikel
    liebe Grüße
    Dagmar

    • Vielen Dank Dagmar für deinen netten Kommentar! Da sind wir also schon zu zweit. 😉 Lieben Gruß David

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