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Gepostet on Okt 26, 2018 in Allgemeine Themen | 2 Kommentare

Ein Selbstverteidigungskurs der etwas anderen Art!

Am vergangenen Samstag hatte der Bayerische Blindenbund in Augsburg zum Selbstverteidigungskurs eingeladen. Eine gute Gelegenheit für mich und fünf weitere Teilnehmer sich mal wieder ein wenig weiterzubilden. Dabei Sollten wir jedoch keine komplizierten Kampftechniken lernen, sondern vielmehr wie man Grenzen zieht und nicht in die Opferrolle schlüpft. 😉 

Selbstverteidigung, früher und heute: 

Schon in meiner Jugend konnte ich mich für Kampfsport begeistern. Inspiriert von meinen Idolen Bruce Lee und Chuck Norris. Ich versuchte mich dann auch eine Zeit lang im Kickboxen, Wobei mir schon damals die Verteidigung wichtiger als der Angriff war. Vor allem aber ging es mir immer um eine gute Körperbeherrschung, Koordination und Beweglichkeit. 

Lange hielt allerdings das Interesse am Kickboxen nicht an, und musste anderen Sportarten sowie  Freizeitbeschäftigungen weichen. Dennoch ergab es sich, dass ich auch nach meiner Erblindung an zwei Selbstverteidigungskursen teilnehmen konnte. Doch da diese bereits einige Jahre zurücklagen bot es sich an das Wissen wieder ein wenig aufzufrischen. 

Selbstverteidigung ohne zu sehen? 

Eine interessante Frage oder, doch richtig spannend wird es erst wenn man erfährt, dass selbst der Trainer blind ist. Ja, du hast richtig gehört. Armin Nembach, unser Trainer an diesem Tag, ist ebenfalls blind. Er ist somit das beste Beispiel dafür, dass Blindheit und Kampfkunst keine Widersprüche sein müssen. Vielmehr hat er es geschafft, mit viel Willenskraft und Ausdauer, den Meistergrad im Ju-Jutsu zu erreichen! 

Armin ist schon von Geburt an blind. Das allerdings hat ihn nicht davon abgehalten alles Mögliche und Unmögliche auszuprobieren. Hinfallen und wieder aufstehen lautete die Devise. Dass er bei all dem nicht seinen Humor verloren hat, kann man schon an dem obigem Fotosehen. Denn da hatte ich ihn mal kurz in den Schwitzkasten genommen! 😉 

Selbstverteidigung so geht’s:

Ganz nach dem Motto: Der beste Kampf ist der, den man nicht führen muss, lernten wir als erstes unsere eigenen Grenzen kennen. Anschließend erfuhren wir wie wir uns verhalten sollten, sollte diese Grenze doch einmal überschritten werden. Dann nämlich gilt es dem anderem unmissverständlich klar zu machen, am besten verbal, in Kombination mit einer Handbewegung, dass wir mit dessen Verhalten nicht einverstanden sind. 

Damit geht es also los, ein Gefühl dafür zu entwickeln, wo meine Grenzen sind und Überschreitungen nicht zuzulassen. Anschließend lernten wir noch tatsächliche Übergriffe  abzublocken, uns aus einer Umklammerung zu lösen, oder uns zu befreien. Interessant war vor allem wie wir unseren Blindenstock zusätzlich als Blockade oder zur Abwehr einsetzen könnten. 

am Ende lernten wir sogar noch eine sehr effektive Technik, die uns helfen könnte, nicht nur unseren Körper zu schützen, sondern auch den Angreifer außer Gefecht zu setzen. Das alles natürlich immer in der Hoffnung, der Angreifer bricht seinen Übergriff ab und sucht selbst das Weite. 

Selbstvertrauen unser neuer Begleiter

In diesem Kurs ging es natürlich nicht darum „kleine Kampfmaschinen“ auszubilden. Selbstverständlich wäre es uns am liebsten, könnten wir jedem Konflikt aus dem Weg gehen. Doch leider gibt es auch unangenehme Zeitgenossen, und dagegen möchten wir gern gewappnet sein. Sollte also einmal ein Übergriff stattfinden, wollen wir uns schon wehren können. Also raus aus der Opferrolle, und rein in ein gesundes Selbstvertrauen. 

Fazit: Das war wieder einmal ein sehr interessanter und geselliger Nachmittag. Dabei haben wir erneut erfahren, dass auch blinde in der Lage sind sich zu wehren. Also aufgepasst, Blinde sind nicht automatisch Opfer! 😉 

2 Kommentare

    • Vielen Dank Jannick, für deinen netten Kommentar. Und vielen Dank für den tollen Tipp mit der Website, diese Seite werde ich mir merken. Also dann, ich würde mich freuen dich öffter hier begrüßen zu dürfen! Lieben Gruß David

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