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Gepostet on Aug 19, 2018 in Allgemeine Themen, Wissenswertes | Keine Kommentare

Der Verlust und seine zwei Gesichter!

Der Verlust und seine zwei Gesichter!

Der Umgang mit dem Verlust, ist zwar kein blindenspezifisches Thema, dennoch betrifft es mich ganz aktuell. Denn, vor kurzem ist ein guter Arbeitskollege von mir bei einem Unfall ums Leben gekommen. Also stellt sich mir erneut die Frage wie gehe ich damit um. Vor allem möchte ich aber einmal darauf eingehen, dass ein Verlust nicht nur Trauer und Schmerz bedeuten muss!

Wenn der Verlust ein Loch in den Alltag reist

Häufig trifft uns der Verlust aus heiterem Himmel. Eben noch war man mit jemanden im Gespräch, erzählte sich einen Witz oder von vergangenen Erlebnissen. Kurz darauf erfährt man, dass der gleiche Mensch, mit den man noch vor kurzem gesprochen hat, verunglückt ist. Plötzlich bekommt der Alltag ein Loch, und macht uns fassungslos.

Dann ist da noch der Verlust der sich ankündigt, oder sich erahnen lässt. So zum Beispiel bei Krankheiten, die einem entweder die Gesundheit, oder gar das Leben rauben. Hier trifft uns der Verlust nicht plötzlich, aber gerade wegen seiner Vorhersehbarkeit entwickelt er seinen Schrecken.

Verlust kommt von Verlieren

Allen Arten des Verlustes ist eines gemein: Nur wer besitzt, kann auch verlieren! Dabei meine ich weniger materielle Güter, sondern vielmehr Gemeinschaft, Gesundheit, oder eben das Leben an sich. Das macht zum Beispiel auch einen wesentlichen Unterschied zwischen einen Geburts- und einem Späterblindeten aus. Denn, was der eine verliert kann der andere nicht vermissen.

Der Verlust und seine zweite Seite

Im Umkehrschluss bedeutet das also, dass wir uns auch glücklich schätzen könnten, etwas besessen zu haben. Sei es eine Beziehung zu einem anderen Menschen, Gesundheit oder einen Sinn, all das kann auch als Geschenk betrachtet werden. Klar ist jedoch, je wichtiger uns etwas ist, je tiefer die Beziehung, desto größer auch der Schmerz nach dem Verlust!

Klingt vielleicht ein wenig seltsam? Mag sein, doch ich weiß wovon ich spreche. Denn mit dem Verlust meines Augenlichtes hab ich nicht nur einen Sinn verloren, sondern auch zugleich einen „guten Freund und Begleiter“. Trotzdem kann ich heute eine gewisse Art von Dankbarkeit empfinden, Immerhin hatte ich das Glück die Welt, bis ins Erwachsenenalter, als Sehender erlebt zu haben!

Mein Umgang mit dem Verlust

Wichtig ist denke ich, zu trauern. Ansonsten, so meine Erfahrung, wird einen der Schmerz so schnell nicht wieder loslassen. Erst wenn man das Tal der Trauer durchschritten hat, kann man den nächsten Schritt tun. Dieser lautet Akzeptanz. Akzeptanz, klingt leichter als es in Wahrheit oftmals ist. Andererseits, was bleibt einem übrig. Dinge die man nicht verändern kann, muss man, wohl oder übel akzeptieren, oder?

Schließlich ist Keinem geholfen wenn man ewig in seiner Trauer verharrt! Was bleibt sind die Erinnerungen, an gemeinsamen Momenten, oder geteiltes Glück. Im besten Fall, können wir am Ende vielleicht sogar Dankbarkeit empfinden, dafür, wenigstens eine Gewisse Zeit miteinander geteilt zu haben.

Fazit:Die Erfahrung lehrt uns also, alles ist vergänglich. Deshalb sollten wir versuchen im Hier und Jetzt zu leben!

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